VIELEN DANK an die Heidehof-Stiftung in Stuttgart

Mai 2011

Unser Näh- und Schneiderprojekt "7 auf einen Streich" wird von der Heidhof-Stiftung gefördert.

Stichpunktartige Projektbeschreibung "7 auf einen Streich" Nähen, Schneidern, Modedesign

 

Inhalt:            Einführung in den Umgang mit Nähmaschine, Erstellen von Schnittmustern, selbstständiges Anfertigen von Accessoires u. Kleidung

Zielgruppe:   max.  6 Mädchen/Jungen von Förderschulen Lernen, Alter 13 - 16 Jahre

Zeitrahmen:  ganzjährig, 1x pro Woche, 3 Stunden

Zur allgemeinen Info:

Das Kinderhaus Luise Winnacker e.V. arbeitet seit 1995 schwerpunktmäßig mit sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen mit einem hohen Anteil an Migrationshintergrund. Dies geschieht in ständiger und enger Kooperation mit Wuppertaler Förderschulen und Wuppertaler Brennpunkt Grundschulen, wobei der Bedarf an alternativen pädagogischen Angeboten bei den letzteren zunimmt.

Unser Konzept zeichnet sich dadurch aus, dass Lehramtsstudenten der Wuppertaler und weiterer Universitäten in NRW mitverantwortlich in die Betreuung der Kinder und Jugendlichen einbezogen sind. Dies geschieht mit der Zielsetzung einer notwendigen praxisorientierten und berufsrelevanten Lehrerausbildung. Diese Tatsache möchte von uns als zukunftweisend und beispielhaft hervorgehoben werden. 

Durch die ständige und enge Kooperation zwischen Schule, Lehramtsstudierenden verschiedener Universitäten und dem Kinderhaus Luise Winnacker besteht ein äußerst intensiver pädagogischer und sozialpädagogischer Austausch, der neue wissenschaftliche Erkenntnisse sowohl im Förderschul- als auch im Bereich der Allgemeinen Schulen in der Praxis umsetzt, überprüft, bestätigt, in der Rückmeldung korrigiert oder an der Basis gewonnene Erkenntnisse zur Berücksichtigung weitergibt.

Zielgruppe:

Neben ihrer angeblichen Lernbehinderung und ihrer Aussonderung in so genannten Förderschulen ist den angesprochenen Mädchen (und Jungen) ein desolates, anregungsarmes familiäres Umfeld gemein. Dies wird auch nicht durch die Angebote der Schule aufgefangen.

Ohne entsprechende außerschulische Angebote haben die Jugendlichen kaum eine Chance, sich aus ihrem durch Phlegma, Schwerfälligkeit, Antriebsarmut und Fernsehkonsum geprägten Alltag zu befreien.

Die ausgewählte Zielgruppe setzt sich aus SchülerInnen der Förderschule Lernen zusammen. In dem geplanten Projekt werden Lerngelegenheit bereit gestellt, die keinen direktenschulischen Kontext haben, jedoch erfahrbar machen, dass lebenslanges Lernen und Weiterbildung sowie Aneignen von Fähigkeiten wichtig, notwendig und bereichernd sind. In jedem Fall wird durch kreative Anregung wieder ein natürliches Lernbedürfnis geweckt.

Zielsetzung allgemein:

Qualifizierung für das tägliche Leben durch Hilfe zur Selbsthilfe – ein emanzipatorisches Projekt. Hinführung zu kreativer Arbeit. Unser Angebot ist darauf ausgerichtet, soziale Benachteiligungen abzubauen, konkrete Hilfe in Fragen der Lebensbewältigung zu geben (z.B. Arztbesuche) und individuelle Beeinträchtigungen (z.B. Nachhilfe Lesen und Rechtschreibung) zu überwinden. Dies geschieht durch Vermittlung von Wissen, Aufbau von Einsichten durch Erfahrungen sowie darauf folgende praktische Umsetzung, Übung und Anwendung.

LEARNING BY DOING – im Unterschied zum schulischen Lernen. 

Das Konzept des Projekts ist ausgerichtet auf Mitarbeit, Mitverantwortung und Mitbestimmung u.a. durch: 

  • Vermittlung von Wissen
  • Aufbrechen verfestigter Leistungsverweigerungshaltung
  • Stärkung des Durchhaltevermögens / Überwindung von Antriebsschwächen
  • Bewusstmachen eigener Stärken
  • Wecken und Fördern der Sinne, der Kreativität
  • Entdecken unbekannter Potentiale
  • Entwicklungsimpulse geben
  • Aufbau von Verantwortungsbereitschaft

Das Nähkurs-Projekt „7 auf einen Streich – Nähen und Schneidern “ wurde im Kinderhaus Luise Winnacker e.V. Mitte des Jahres 2010 initiiert. Der Erfolg war so groß und die Mädchen so begeistert, dass wir das Projekt auch für das laufende Jahr unbedingt weiterführen möchten. Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit unseren Kooperationsschulen, insbesondere Förderschule Lernen, statt, ist jedoch unabhängig von schulischen Maßnahmen.

Der Nähkurs wird geleitet von einer staatlich geprüften Bekleidungstechnikerin, die ihre Tätigkeit als Schneiderin und Ausbilderin in der Bekleidungsindustrie hat und in Wuppertal ein eigenständiges Atelier unterhält. 

Die Grundidee zu einem solchen Projekt entstand in Gesprächen mit den im Kinderhaus anwesenden Mädchen über Sommer- und Freizeitmode und wie einfach es sein kann, sich selber etwas zu nähen und welche Berufsideen daraus entstehen können. 

Es zeigte sich, dass durch die Förderung der handwerklichen Geschicklichkeit eine Kreativität entsteht, die zu erfreulichen Ergebnissen führt. Die Mädchen – leider haben sich 2 anfänglich beteiligte Jungen wieder zurückgezogen – werden angeregt, ihre Feinmotorik weiter zu entwickeln, weil der fachgerechte Umgang mit Nähnadel und Nähmaschine dies erfordert. Die Erfahrung, etwas selber herstellen zu können mit wenigen Mitteln und mit den eigenen Händen, führt zu Selbstbewusstsein und zur Änderung eines gedankenlosen Konsumverhaltens.  

Der Lernprozess geht über das Nähen hinaus, wenn die Überlegung ansteht, das gefertigte Produkt zu verkaufen: Stofftaschen, Nadelkissen, Handytaschen, Schals und Tücher, Stulpen etc. in Boutiquen oder auf dem Flohmarkt. Hier lernen die Mädchen zu kalkulieren und sich auf die aktuellen Besonderheiten und Bedürfnisse einer Käuferschaft einzustellen.

Wichtig sind auch die Gegebenheiten im Umfeld des Nähens, wie z.B. 

  • Einkauf von erforderlichen Materialien wie Stoffe und Nähzubehör

  • Fachgerechter Umgang mit Schnittmustern

  • Grundlagen der Kalkulation

  • Erstellen von Rechnungen für den Verkauf der angefertigten Dinge

  • Einblick in den beruflichen Alltag durch Besuche im Atelier der Kursleiterin

  • Erwerb von Kenntnissen über Materialzusammensetzung der Stoffe (Fachwissen) 

Wir betrachten dies alles als besondere Kreativitätsförderung und als Anregung für eine zukünftige Berufstätigkeit.

 

Schlussbericht:

Das Projekt  war ein großer Erfolg! Die zunehmende Dringlichkeit des Anliegens können wir nur immer wieder unterstreichen.

Im Rahmen unseres Konzepts ist der Schwerpunkt "Kinder und Jugendliche brauchen Natur" fest verankert und integriert in unser tägliches Angebot.

Darüber hinaus möchten wir vor allem unser herausragendes Projekt „Survival Hike“ zum einen unbedingt weiter fortführen und gerne auch erweitern, so dass wir es regelmäßig in den Oster-, Sommer- und Herbstferien anbieten können.  Die „Survival Hikes“ sind ganz besondere Erlebnisse, mit Tiefenwirkung, sowohl für die teilnehmenden Jugendlichen als auch für unsere studentischen Betreuer. Im geschützten Rahmen der Gruppe, aber außerhalb der gewohnten Umgebung bieten diese Wanderungen viele Möglichkeiten zu: Vertrauensbildung, Teamfähigkeit, ruhigen persönlichen Gesprächen, Stärkung des Durchhaltevermögens, Erfolgserlebnissen, Abenteuer, Selbständigkeit, …..

 

Januar 2010

 

Das Jahr fängt gut an. 

Die Heidehof Stiftung unterstützt unser Projekt "Kinder und Jugendliche brauchen Natur für ihre kognitive, motorische, emotionale und soziale Entwicklung" mit 12.000 Euro.

Wir bedanken uns herzlich und freuen uns unglaublich über diese großzügige Unterstützung und Anerkennung unserer Arbeit.

Winter

Auch im Winter sind unsere Gruppen so viel wie möglich draußen unterwegs. Bei den Schneemassen dieses Jahr gibt's zum Schlittenfahren im Bergischen Land natürlich beste Gelegenheiten. Ein weiteres highlight unter den Kindern, die Schatzsuche, zB im Burgholz, im einmalig schönen Arboreturm, quasi direkt hinter unserer Haustür. Sowohl mit den neu gesponserten Kompassen als auch in der moderneren Variante mit Geocaching. Das Schöne daran ist, dass man einen Schatz finden darf und dann direkt die Gelegenheit hat selbst wieder etwas in der Schatzkiste zu verstecken. Oder überhaupt einen ganzen Schatz selbst versteckt. Die Freude am Nehmen und Geben gleichzeitig erfahren.

Gerade werden draußen die Fackeln gebaut für die Durchquerung und Erforschung eines stillgelegten Tunnels. Abenteuer selbst erleben.

Natürlich beteiligt sich das Kinderhaus auch in diesem Jahr am Piccobello Tag der Stadt Wuppertal. Wir entrümpeln die Wupper vom Bayer Sportpark bis zu unserer Brücke sowie den Rutenbecker Weg (zum Glück haben wir dieses Jahr Weihnachten neue Gummistiefel und Regenhosen bekommen! sie sind ununterbrochen im Einsatz)

März 2010

Schon kann es losgehen! Survival-Hike in der Eifel. In der ersten Osterferienwoche werden sieben Jungs im Alter von 12-16 Jahren die Chance auf ein außergewöhnliches Abenteuer bekommen. Gemeinsam werden wir unsere Grenzen austesten und dadurch jedem einzelnen Gelegenheit geben, sein Potential zu entdecken und Selbstvertrauen suggestiv zu entwickeln. Durch dieses "Überlebens-Training" sollen zudem wertvolle Erfahrungen "übers Leben" gesammelt, reflektiert und transparent gemacht werden, um die Selbstständigkeit der Teilnehmer zu fördern.

Die Gruppe wir von unseren Mitarbeitern Manuel Spors und Stefan van Weegen geleitet, beide sind erfahrene Pfadfinder.

"Wie aus ein paar "Chaoten" eine tolle Gemeinschaft wurde", Dieser Reflexionsbericht eines Kinderhausmitarbeiters gibt einen sehr direkten Einblick in unsere tägliche Arbeit und deren Sinnhaftigkeit.

 

Stichpunktartige Projektbeschreibung: „Kinder und Jugendliche brauchen Natur für ihre kognitive, motorische, emotionale und soziale Entwicklung“

Unter dem Titel „Kinder und Jugendliche brauchen Natur für ihre kognitive, motorische, emotionale und soziale Entwicklung“ bieten wir verstärkt vorbeugende Maßnahmen zur Abwehr von Gefährdungen an, die sich für Kinder und Jugendliche aus Abhängigkeiten, Medieneinfluss, aus der Technisierung und der Freizeitindustrie ergeben. In einem beängstigend zunehmendem Maße machen Jugendliche durch Negativverhalten auf fragwürdige Lebensumstände, denen sie ausgesetzt sind, aufmerksam. (Spielsucht, Gewalt unter Jugendlichen, Mobbing, Kriminalität, Alkoholmissbrauch etc).

Unter dem o.g. Titel bieten wir Alternativen an, die ein Gegengewicht bilden.

Durch die ständige und enge Kooperation zwischen Schule, Lehramtsstudierenden verschiedener Universitäten und dem Kinderhaus Luise Winnacker besteht ein äußerst intensiver pädagogischer und sozialpädagogischer Austausch, der neue wissenschaftliche Erkenntnisse sowohl im Förderschul- als auch im Bereich der Allgemeinen Schulen in der Praxis umsetzt, überprüft, bestätigt, in der Rückmeldung korrigiert oder an der Basis gewonnene Erkenntnisse zur Berücksichtigung weitergibt.

Titel des Projektes:

„Kinder und Jugendliche brauchen Natur für ihre kognitive, motorische, emotionale und soziale Entwicklung“

Die immense Bedeutung von Naturerfahrungen für eine umfassende und  gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, als effektives und auch kostengünstiges Gegenmittel zu den o.a. Negativerscheinungen ist bildungspolitisch in Vergessenheit geraten.

Wir stützen uns mit unserm Projekt auf neueste Forschungsergebnisse im Bereich Naturentfremdung (Nature Deficit Disorder) und deren gravierende Folgen sowohl im kognitiven, emotionalen, motorischen als auch sozialen Bereich. Wir halten es für dringend notwendig, dieses aufzugreifen und verstärkt und zielgerichtet aktiv zu werden. Dabei möchten wir noch einmal betonen, dass der Bedarf an alternativen pädagogischen Einwirkungsmöglichkeiten sogar im Grundschulbereich enorm gestiegen ist und Grundschulen, mit den ihnen nur begrenzt zur Verfügung stehenden Mitteln, Grenzen gesetzt sind, die die Defizite der Zielgruppe nicht auffangen können.

Die außergewöhnlich gute, naturnahe Lage des Kinderhauses am Stadtrand von Wuppertal sowie die personellen und materiellen Gegebenheiten kommen dabei dem Projekt entgegen.

Zahlen zur Zielgruppe:

Die von uns betreuten Schüler sind im Alter von 7 bis 16. Am Projekt werden alle von uns betreuten Schüler (ca 120) teilnehmen.

Inhalte des Projektes

  • Herausheben aus der Alltagswelt

  • Erste Begegnung mit Wald, Wiese, Fluß, Bach, Felsen, Pflanzen, Tieren

  • Abbau und Überwinden von Ängsten und Ablehnung durch erlebnispädagogische Angebote

  • Eigenständiges Entdecken in Freiräumen ohne pädagogischen Auftrag in Begleitung unserer Betreuer

  • Beobachtungen machen und Erfahrungen sammeln im Wald, am Bach,…..

  • Kreativität entwickeln, spielen, gestalten in den o.g. Begegnungsfeldern

  • Wissen erwerben durch geweckte Neugier

  • Teilnahme an Wanderungen in der Umgebung

  • Teilnahme an Ferienprogrammen

  • Reflektion

Ziele

  • Wecken und Fördern der Sinne, Entdecken unbekannter Potentiale

  • Entwicklungsimpulse geben

  • Überwinden von Antriebsschwächen

  • ADD entgegensteuern

  • Hyperaktivität auffangen

  • Aggressionspotentiale umlenken

  • Gesundheitlichen Beeinträchtigungen entgegenwirken (Übergewicht, Bewegungseinschränkungen, Phlegma, Kreislauf)

  • Stärkung des Selbstwertgefühls als notwendige Grundlage für den Aufbau von Teamgeist, Kooperationsfähigkeit, Toleranz

  • Vermittlung von Wissen

  • Aufbrechen verfestigter Leistungsverweigerungshaltung auch im schulischen Kontext

  • Stärkung des Durchhaltevermögens, Bewusstmachen eigener Stärken

  • Aufbau von Verantwortungsbereitschaft –auch im Umweltbereich

  • Bewusstmachen von Abhängigkeiten und Abbau von Abhängigkeiten

Sommerferien 2010 Survival Hike nach Schweden!